Deregulierung des Arbeitsmarkts?

Deregulierung

Bekanntermaßen sind viele Menschen gegen Deregulierung, weil diese – wie ich es nennen würde – nicht richtig gemacht wird, sondern einseitig zugunsten der großen Firmen.

Aber in geringem Maße kommt die Deregulierung doch auch den Arbeitsuchenden zugute und nicht nur den Firmen.

Ich selber kann mich sehr gut erinnern, dass abgesehen von gewissen Studenten-Jobs vor dreißig Jahren kaum Arbeit zu bekommen war für Menschen wie mich.

Manchmal war – für extrem einfache Tätigkeiten, wo man eigentlich nichts zu können brauchte – vorgeschrieben, dass man irgend einen Ausbildungsabschluss nachweist.

Egal als was.

Infolge charakterlicher und seelischer Probleme war ich auch nicht fähig, mich selber gut zu verkaufen.

Oder überhaupt etwas zu verkaufen.

Wer das kann, kommt immer irgendwie zu Einkommen.

Heute bin ich Rentner wegen Erwerbsunfähigkeit.

Aber um mich herum kenne ich jüngere Menschen mit ungefähr den gleichen Problemen, die ich damals hatte.

Und ich erlebe, dass diese Menschen oftmals einen – wenn auch nicht höher als Mindestlohn bezahlten – Job bekommen, während ich damals fast immer eine Absage kassierte. Und fast immer auf die Entscheidung, die wie gesagt negativ ausfiel, lange warten musste.

Mein Eindruck ist: heute ist es leichter.

Und der Bezug zu trans* und inter* Personen?

Der ist klar. Dieses sind soziale Gruppen, die sich von der Mehrheit unterscheiden. Man nennt das „Randgruppen“, aber auch dieser Begriff ist schon wieder diskriminierend.

Insofern sind diese Personen – wie ich glaube – mehr als andere Beschäftigte dem Mobbing und ähnlichen Verhältnissen ausgesetzt.

Und sie können – oder konnten muss ich sagen, denn heute ist es vielleicht besser, früher – da nicht weg.

Heute ist es, wie ich glaube, auch leichter den Job zu wechseln, als in den Jahren nach 1979.

Damals war die Iranische Revolution und die Zweite Ölkrise.

In den folgenden Jahren ist die Arbeitslosenquote gestiegen und gestiegen.

Wer über 40 oder gar über 50 war, hat häufig innerlich gekündigt und resigniert. Durchhalten bis zum Rentenalter war alles, was noch ging.

Heute ist es leichter, den Job zu wechseln, wenn mann / frau / anderes sich schlecht behandelt fühlt.

Betreffend Trans und Inter Personen kommt noch hinzu:

Vor 30 Jahren auf dem Lande oder gar südlich der Mainlinie

Wenn man abhängig ist von einem Job, und man saß auf dem Lande – oder gar südlich der Mainlinie – dann war es nicht einfach, wo hin zu kommen, wo es gute Beratung gibt – und für die Trans* Personen auch die ersehnte Operation möglich ist bzw. das Verfahren, welches für die Operation zur Kostenzusage durch die Krankenkassen führt.

Heute, wo es – wie ich glaube – einfacher als damals ist, mit einem Job etwa in Memmingen oder München oder Heidelberg aufzuhören und in Berlin mit etwas anzufangen, haben es alle leichter, und die trans* Personen ganz besonders.

Also für Inter* und Trans* Personen hat die Deregulierung durchaus ihre Vorteile. So sehe ich das.

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