Zwölf Euro Mindestlohn – Geht’s noch?

Berlins Sozialsenatorin für Mindestlohn von zwölf Euro

http://www.bz-berlin.de/landespolitik/berlins-sozialsenatorin-fuer-mindestlohn-von-zwoelf-euro

Im Kapitalismus

ist der Arbeitgeber nicht dafür zuständig, das Überleben des Arbeitnehmers zu sichern. Das ist der Fall im Feudalismus. Im Feudalismus beutet der Feudalherr die hörigen Bauern aus. Aber er hat auch für die Kranken und Arbeitsunfähigen zu sorgen. Selbstverständlich gab es „böse“ Feudalherren, die diese Pflicht vernachlässigt haben.

Die Kehrseite des Feudalismus ist selbstverständlich die Unfreiheit, insofern der Bauer an den Leib- und Grundherrn gebunden war.

Der Feudalismus ist – wie die Sklavenhaltergesellschaft – ein unfreies System. Letztere ist noch schlimmer, weil der Sklave Eigentum des Sklavenhalters ist, er ist praktisch eine Sache. Der Herr darf ihn beispielsweise töten oder kastrieren. Welch letzteres bekanntermaßen die arabo-muslimischen Sklavenhalter und Händler oft getan haben.

Im Kapitalismus hat der Kapitalist den Arbeitenden zu bezahlen, jedoch nicht so viel, wie der zum Leben braucht. Sondern nur so viel, wie dessen Arbeitsleistung am Markt wert ist.

Und in schrumpfenden Märkten ist das nicht viel.

Eine durchschnittliche Arbeitskraft, deren Ausbildungsabschlüsse und deren Beziehungen – richtig, wir leben in einer ungerechten, korrupten Welt! – nicht gut sind, ist vielleicht sechs Euro pro Stunde wert.

40 Stunden pro Woche reichen da für das Existenzminimum nicht aus. Um die fünfzig müssen es schon sein. So sehe ich das.

Und einige wenige, vor allem solche, die viele Kinder zu ernähren haben, werden auch wenn beide Eltern je fünfzig Stunden pro Woche arbeiten, immer noch nicht ihr Existenzminimum erwirtschaften können.

BGE

Die Folgerung ist: das muss auf jeden Fall ausgeglichen werden durch irgendeine Art von Negativer Einkommenssteuer oder durch Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE).

Es kann nicht sein, dass der Kapitalist neun oder gar zwölf Euro zahlen soll, für eine Arbeitskraft, die aus seiner Sicht pro Stunde nur sechs Euro erwirtschaftet. Das geht gar nicht.

Ein Gedanke zu „Zwölf Euro Mindestlohn – Geht’s noch?

  1. Selbstverständlich kommt es nicht nur in der Planwirtschaft, sondern auch in der Marktwirtschaft immer wieder zur Fehlallokation von Ressourcen.

    In der Marktwirtschaft kommt es dazu, wenn zu viel Geld am falschen Platz ist.

    Genauer gesagt, muss man sagen, wenn zu viele Güter am falschen Platz sind, denn das Geld selber ist nichts wert, es vermittelt nur den Zugang zu Waren und Dienstleistungen, also zu Gütern.

    Deswegen ist auch meiner Ansicht nach die Wiedereinführung der Vermögenssteuer sehr wichtig.

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