Nicht-agrarischer Feudalismus

Karl Marx hat nicht recht!

Bekanntermaßen behauptet Karl Marx, dass die Geschichte fortschreiten würde, vom Kapitalismus hin zu freieren, höher entwickelten Gesellschaftsformen, dem Sozialismus und Kommunismus.

Gegenwärtig haben wir aber Tendenzen in die entgegengesetzte Richtung.

Vielfach werden Dinge immer strenger reglementiert. Zum Beispiel stand früher für sozial relativ unentwickelte Menschen, deren Bereitschaft, Arbeitsleistung zu erbringen, stark schwankt, die Möglichkeit offen, als Tagelöhner zu arbeiten.

Das gibt es, weil ja jeder angeblich sein geregeltes, festes Einkommen haben soll, nicht mehr.

Fast alles geht über Firmen

Zum Beispiel die vielen Leih- oder Zeitarbeitsfirmen. Häufig sind da die Verträge bis oben hin vollgestopft mit Klauseln zum Vorteil der Firma. Unter anderem muss der / die Arbeitende ganz flexibel sein, während die Firma gar nicht flexibel ist; sie bestimmt, wann und wie viele Stunden im Monat der / die Werktätige arbeitet.

Faire Verträge zwischen jemand, der arbeiten will, und jemand, der Arbeitsleistung braucht, sehen anders aus.

Allzumenschliches

Bekanntermaßen wenn irgendwo ein Ausbeuter ist, möchte der gern weiter ausbeuten. Am liebsten würde er weiter ausbeuten, und gleichzeitig nicht mehr das unternehmerische Risiko tragen.

Die Folge ist, dass vielfach Arbeits- und auch Franchise-Verträge gestrickt sind nach dem Muster: allen Profit der Firma, alles Risiko dem Beschäftigten bzw. dem Franchise-Nehmer.

Das ganz große Experiment

Da hatten mehrere große und kleine Länder, nämlich beispielsweise Sowjetunion, VR China, DDR, ein System welches sie Sozialismus nannten und welches auf Zentralverwaltungswirtschaft (Planwirtschaft) beruhte. Politisch sind diese Systeme Einparteiensysteme, oder mit Blockparteien, die nicht richtig eigenständig sind (wie z.B. Ost-CDU).

Dieses System war dermaßen unattrativ, dass die DDR eine Mauer baute, um die Menschen am Verlassen des Landes zu hindern.

Genauere Betrachtung ergibt, dass hier immer mehr Menschen aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Land flohen. Anfangs, in den fünfziger Jahren, war der Unterschied zwischen Deutschland West und Ost in der Wirtschaftskraft noch gering; damals flohen die meisten Menschen aus politischen Gründen, und insgesamt war die Zahl der Flüchtlinge gering. Sie wurde mit der Zeit immer größer.

Dieses Experiment ist gescheitert. Sowjetunion und DDR existieren nicht mehr; die Volksrepublik China heißt nur noch kommunistisch, ist es aber nicht mehr.

Diese Systeme hatten starke feudalistische Züge

Richtig. Die Medaille hatte eine andere Seite. Wenn einer in Partei, Militär, oder Staatssicherheit eine hohe Position hatte, ging es ihm gut.

Bezirksparteisekretäre wie zum Beispiel Günter Schabowski hatten mehr Einfluss und Macht als etwa ein Minister auf nationaler Ebene.

Wer mit so jemand befreundet war, hatte alles.

Somit waren diese System eine Art Neofeudalismus oder nicht-agrarischer Feudalismus.

Und nu??

Sowjetunion und DDR sind weg. Und was geschieht jetzt?

Jetzt sind die Profite privat.

Aber immer mehr werden Verluste und Risiken sozialisiert.

Zum Beispiel durch Bankenrettung. Durch Lobbyarbeit kontrollieren die entsprechenden Eliten die Politik, welche nun nicht mehr auf demokratische Weise funktioniert.

Klare Folgerung:

Zwar sind Sowjetunion und DDR jetzt weg.

Aber auch das, was wir jetzt haben, steuert klar auf ein weniger freiheitliches System zu, welches – anstatt marktwirtschaftlich – eher ein nicht-agrarischer Feudalismus ist.

Ein Gedanke zu „Nicht-agrarischer Feudalismus

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