Marktzugang?

Ausbeutung durch Verhinderung von Marktzugang

Karl Marx hat nicht recht!

Quelle: Bedürftig, Friedemann: Deutsche Geschichte

Die Weber. Auch Gegenstand eines Theaterstücks von Gerhart Hauptmann. Zwanziger, der Ausbeuter, heißt im Theaterstück Dreißiger, wenn ich mich recht erinnere.

Hatte hier der Kapitalist (Ausbeuter, auch genannt „Verleger“) das Eigentum an den Produktionsmitteln, also den Webstühlen? Ich weiß es nicht. Vielleicht nicht.

Er beutete also nicht aus mittels Privateigentum an den Produktionsmitteln

Die Ausbeutung der Weber funktionierte dadurch, dass diese keinen direkten Marktzugang hatten.

Sie hatten Marktzugang nur durch ihren Ausbeuter, den Kapitalisten bzw. Verleger, Zwanziger.

Im gezeigten Text steht, dass beim Aufstand zwar die Villa verwüstet, jedoch der Ausbeuter nicht getötet wurde.

Und wenn sie ihn getötet hätten? Dann hätte eben sein Erbe – vermutlich der Sohn – mit der Ausbeutung weiter gemacht.

Warum?

Nach wie vor haben ja die Armen in dieser Situation keinen Marktzugang. Das heißt, sie haben nicht:

Zugang zum Einkauf ihrer Rohstoffe und Material, hier: Garn. Den haben sie nicht. Der Ausbeuter diktiert ihnen die Preise. Ganz schlechte, teure Preise.

Zugang zum Verkauf der Früchte ihrer Arbeit, hier, die gewebten Stoffe. Den haben sie nicht. Der Ausbeuter diktiert ihnen den Preis für die Früchte ihrer Arbeit. Einen ganz schlechten, niedrigen Preis.

Zugang zu günstigem Kredit. Hiermit könnten sie zum Beispiel das Garn für ein Jahr auf einmal und gemeinsam kaufen und so beim Einkauf von Großhandelspreisen profitieren.

Zugang zu Informationen des Marktes. Wieviel ist ein Meter Tuch in der Hauptstadt (beispielsweise der Hauptstadt Schlesiens) tatsächlich wert?

Warum interessieren mich diese damaligen Ausbeutungs-Verhältnisse so sehr? Weil sie vorherrschend sind in der halb kapitalistischen, halb feudalistischen so genannten „Dritten Welt“, also dem größten Teil unserer Welt.

Thailändische Kautschukbauern

lassen sich nicht mehr die Preise diktieren. Sie können sich internet-fähige Telefone leisten und den Preis für Kautschuk in Chicago an der Börse abfragen. Wissen ist Geld.

Was fehlt noch?

So etwas wie Gewerkschaften. Oder besser, Genossenschaften.

Das war damals noch nicht erfunden.

Hat auch möglicherweise die damalige Staatsmacht den Aufbau von Genossenschaften verboten??

Das wäre eine mögliche Erklärung dafür, dass die Weber nicht durch gemeinsames Verkaufen in der Stadt ihre Einnahmen verbessert haben.

Eine andere Möglichkeit wäre: Sie sind deshalb gar nicht auf die Idee gekommen, weil sie vielleicht sehr jeder gegen jeden eingestellt waren. Auf Konkurrenz.

Ich wüsste gern, ob das wirklich so war. Denn

Armut ent-solidarisiert

Wie schon von mir an anderer Stelle vermutet.

http://freiheitvorsicherheit.net/2018/02/26/armut-verbindet-selten

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