Wer nicht arbeitet …

Soll auch nicht essen!

Das ist die Meinung von autoritären Linken, wie z.B. Lenin und Stalin, oder auch Herrn Müntefering.

Ist nicht meine Meinung. Im Gegensatz zu Dschungel und Wüste, wo gilt Fressen oder Gefressen werden, will man in gesellschaftlichen Ordnungen, die an der Menschenwürde orientiert sind, dass das Überleben – jedoch nicht der Luxus – für jedermann / jedefrau garantiert ist.

Generell jedoch kann man sagen: ein Mensch, der immer nicht arbeiten will, ist mehr oder weniger asozial.

Aber was ist mit jenen, deren Bereitschaft zu arbeiten, stark schwankt?

Das finde ich vollkommen normal.

Ich finde es unnatürlich, was unser derzeitiges System tut, immer normale Bereitschaft zur Arbeit und immer normale Leistung zu verlangen.

Wir Menschen sind keine Maschinen.

Aber selbst die streiken gelegentlich, sind defekt, und müssen repariert werden.

Das System erwartet immer normale Leistung. Oder sogar immer Maximale Leistung.

Immer Vollgas.

Das ist unnatürlich.

Servis

So hieß früher beim Arbeitsamt die Vermittlung für Gelegenheitsarbeiter. Auch genannt Tagelöhner.

Die ist abgeschafft.

Alles geht über Firmen.

Da sind Verträge, wo der Beschäftigte immer flexibel sein muss und die Firma gar nicht. Sie bestimmt, wie viele Stunden pro Woche der Beschäftigte arbeitet. Irgendwas zwischen 10 und 40 oder mehr.

Gesamtgesellschaftlich muss jedoch ein Lebensstil, in welchem man gelegentlich arbeitet – immerhin ist das besser, als überhaupt nicht zu arbeiten – erlaubt sein.

Ein Gedanke zu „Wer nicht arbeitet …

  1. Das folgende ist meine Antwort auf eine Mail, die mich – mehr oder weniger zu Recht – kritisiert:

    1. Die Menschen, deren Bereitschaft zu arbeiten, stark schwankt. Es ist ganz natürlich, wenn die Bereitschaft zu arbeiten, stark schwankt. Immer Vollgas, wie das System es verlangt, ist unnatürlich.

    2. Negativ habe ich mich geäußert über Menschen, die immer nicht arbeiten wollen. Hier denke ich an einen ganz bestimmten Menschentyp, der mehr oder weniger grausam und psychopathisch ist und lieber aus anderen Menschen Arbeitsleistung heraus presst und heraus prügelt, anstatt selber zu arbeiten. Die meine ich mit asozial. Nach meiner Erfahrung muss ich aber auch sagen, dass diese Menschen viel, viel seltener sind als der unter 1. beschriebene Typ.

    Ansonsten halte ich es mit Götz Werner, Aktivist für Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE).Der sagt, es ist für Menschen ganz natürlich, tätig sein zu wollen; wer partout und immer nicht will, ist einfach nur gestört. So habe ich Götz Werner verstanden. Unter einem Bedingungslosen Grundeinkommen könnten die Menschen mit ihren Schwankungen viel besser überleben. Und jene charakterlich „Minderwertigen“ – die eben partout anstatt zu arbeiten lieber andere ausbeuten, und die das BGE sozusagen „zu Unrecht“ bekommen würden, fallen zahlenmäßig nicht ins Gewicht. Und infolge der Bedingungslosigkeit gibt es eigentlich gar kein „zu Unrecht“.

    Es kochen in mir eben gewisse Emotionen hoch, die verlangen, dass solche Menschen zur Arbeit geprügelt werden. Wirtschaftlich ist das jedoch nicht, und sinnvoll ist es daher auch nicht.

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