Manetstraße 83, Berlin

Caritas Krisenhaus

In Berlin gibt es in Schöneberg, betrieben von IB, ein Krisenhaus. Jedoch gab es bis Ende 2016 noch ein Krisenhaus der Caritas, nämlich in der Manetstraße 83 in Hohenschönhausen. Dieses Krisenhaus wurde – angeblich aus Kostengründen – geschlossen.

Ein Krisenhaus soll Menschen, welche in einer Krise sind, beistehen und die vorübergehend aufnehmen.

Jetzt steht das Objekt leer, es folgen zwei Bilder.

Unterschied zu Krisenhaus Schöneberg

Das Krisenhaus in der Manetstraße 83 war clean. Das heißt, während des Aufenthaltes dort durfte man keine Drogen und keinen Alkohol konsumieren. Jedoch sind für manche Menschen Drogen und Alkohol gar kein Problem, deswegen und weil die Stadt Berlin so groß ist, war es durchaus sinnvoll, dass es die zwei Krisenhäuser – verschiedener Art – gab.

Unterschied zu „Villa Stöckle“

Die Villa Stöckle in Berlin ist ein Weglaufhaus, es ist von der Antipsychiatrie-Bewegung (Irren-Offensive, Landesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener). Auch hier werden Menschen aufgenommen, die in einer Krise sind. Jedoch ist es nach Ansicht dieser Leute so, dass Geisteskrankheit bzw. emotionale / seelische Krankheit gar nicht existiert.

Meiner Ansicht nach existieren diese Dinge sehr wohl, zum Beispiel Alkoholabhängikeit. Ich bin selber alkoholabhängig, aber seit September 2015 clean und trocken.

Zustand des Anwesens

Das Anwesen ist offenbar leerstehend, der Garten und das Gartenhaus wirken aber immer noch sehr gepflegt (Bild).

Es wird von mir vermutet, und wäre noch ausfindig zu machen:

  • dass die Caritas Berlin – sie hat das betrieben – auch Eigentümerin war
  • dass die Caritas Berlin immer noch Eigentümerin des Objekts ist – sonst wäre der Garten nicht so gepflegt

Neues Nutzungskonzept / Geschäftsmodell als
Karlfried Graf Dürckheim Haus

Das Haus soll sein für alle, die eine seelische / „spirituelle“ Krise haben, schwerpunktmäßig für Betroffene, die Frauen sind, oder Trans* / Inter* / Lesbisch Schwul etc.

Idee zu dem Namen

Karlfried Graf Dürckheim ist bekannt wegen einer sehr eigenartigen Art von körperorientierter Psychotherapie, genannt Leibtherapie, und wegen seiner Beschäftigung mit Zen und ähnlichem. Er war auch Mitglied der NSDAP, jedoch keiner von den „bösen“ Nazis, vielmehr war er erfüllt von der Idee, Leidenden zu helfen.

Weniger bekannt ist, dass Graf Dürckheim im Südschwarzwald in Todtmoos-Rütte das erste Krisenhaus Europas betrieben hat.

Er hat Menschen in „spirituellen“ – wie er es nannte – Krisen in Todtmoos-Rütte unentgeltlich aufgenommen.

Das war in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg.

Wie ich glaube, hatte Graf Dürckheim damals auch mit vom Krieg Traumatisierten zu tun.

Heute ist Todtmoos-Rütte ein Luftkurort, und der Zimmervermieter ist gleichzeitig einer der dort ansässigen Therapeuten. Dieser Therapeut nimmt heute noch Menschen unentgeltlich auf, allerdings, da er eigentlich kein Geld zu verschenken hat, ist dort die Aufenthaltsdauer beschränkt auf zwei Nächte. Außer jemand kann für die Unterkunft zahlen, dann nicht. Es hat – für die Gegend – relativ günstige Privatzimmer-Preise.

Trotz des von mir vorgeschlagenen neuen Namens des Hauses halte ich es für nicht gut, in dem Haus die Psychotherapie nach Graf Dürckheim zu betreiben. Erstens ist diese doch ziemlich magisch-mystisch im Vergleich zu den anderen Richtungen der körperorientierten Psychotherapie, und der Psychotherapie überhaupt. Und zweitens ist Berlin eine große Stadt und daher voll von Therapeuten aller Richtungen.

Was ein Krisenhaus tut, ist eher zu bezeichnen als alternative Sozialarbeit.

Warum wurde das Haus Ende 2016 geschlossen?

Es wurde geschlossen aus Kostengründen. Es war die teuerste Sozialeinrichtung Berlins.

Dabei wurde nicht bedacht, dass die Alternative für die Betroffenen – neben dem anderen Krisenhaus, dem in Berlin-Schöneberg, die Psychiatrie ist. Das ist erstens nicht nett, und zweitens ist die Psychiatrie – im Vergleich zu einem Krisenhaus – pro Kopf und Tag noch viel teurer.

Der Ausweg

Der Weg, der zur Wiedereröffnung führt – auch genannt: Ausweg

Der Plan ist, das cleane Krisenhaus als autonomes Krisenhaus – das heißt als gemeinschaftsorientiertes Projekt wieder zu eröffnen.

Zu diesem Zweck wird Gemeinschaftsbildung im Sinne von Morgan Scott Peck – jedoch in angepasster Weise – angewendet.

Das Projekt wird eingeleitet durch Betriebsbesetzung / Hausbesetzung mit Einverständnis des vermuteten Eigentümers, nämlich Caritasverband Brandenburg-Berlin.

Am besten im Jahr 2017 in der Walpurgisnacht oder kurz darauf.

Um die Personalkosten nahe Null zu halten, wird das Projekt – anstatt mit studierten Sozialarbeitern – teils mit Ehrenamtlichen, d.h. Rentnern wegen Erwerbsunfähigkeit oder wegen Alters, Studenten, oder Empfängern von Grundsicherung bei Erwerbsunfähigkeit oder im Alter, betrieben.

Ich stelle lediglich die damalige Buchführungsfachkraft auf Honorarbasis wieder ein.

Abgesehen von der Tätigkeit dieser Personen soll es von der Gemeinschaft der Betroffenen getragen werden.

Kostenstruktur

Es wird angestrebt, dass die Kosten – anstatt zweieinhalbtausend Euro pro Monat und Person – bei zweieinhalbtausend Euro pro Monat insgesamt liegen werden.

Dazu ist auch ein miet-günstiger oder miet-freier Nutzungsvertrag notwendig.

Anmerkungen:

in den Workshops zur Gemeinschaftsbildung im Sinne von Morgan Scott Peck geht es emotional anstrengend zu, weil man an einer sozusagen sozialen oder emotionalen Panzerung kratzt oder klopft in gewissem Sinne. Bei Menschen, welche sich – als Tätige oder Betroffene – für ein Krisenhaus interessieren, ist aber die Haut eher zu dünn! daher ist der Prozess entsprechend anzupassen.

Und es soll ein autonomes Krisenhaus werden. Das heißt von der Idee der Gemeinschaftsbildung getragen. Zu meiner Person wichtig zu sagen ist: ich bin zwar autonom, aber ich bin nicht links!

Ich bin nicht sozialistisch, marxistisch, sozialdemokratisch, grün, oder ähnliches eingestellt!