Ich bin Pirat, weil mir Freiheit vor Sicherheit geht

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Wer die Freiheit für …

Wer die Freiheit für Sicherheit aufgibt, verliert sie am Ende beide.

So oder ähnlich ist ein Spruch an der Wand in einer Kneipe in der Nähe der Warschauer Straße in Berlin.

Eine Gegend im ehemaligen Ostteil aber nahe bei Kreuzberg, die noch leicht anarchisch ist, wo man den Geist der Wende-Zeit auch heute noch ahnt.

(Einige ähnliche Viertel wie z.B. Prenzlberg sind stark von Gentrifizierung betroffen.

Dieser Spruch ist sozusagen „piratig“. Oder im weitern Sinne anarchistisch.

Aber er ist nicht links!!

Ich bestehe darauf: er ist nicht links!

Weil links bedeutet im Grunde sich so sehnen nach Sozialer Gerechtigkeit.

Womit imgrunde Soziale Sicherheit gemeint ist.

Der Staat hat für das Überleben zu garantieren.

Der Kapitalist hat dem Arbeiter so viel zu zahlen, dass es zum Leben reicht.

Das sind „linke“ Ansichten.

Die sind selbstverständlich Quatsch. Der Kapitalist hat dem Arbeiter nicht so viel zu zahlen, dass es zum Leben reicht, sondern nur so viel, wie der Arbeiter für ihn erwirtschaftet.

Aber wenn es tatsächlich nicht reicht, auch nicht bei vierzig bis fünfzig Stunden Arbeit pro Woche, dann ist an dem gesamten Lohn- und Preisgefüge etwas nicht in Ordnung. Die kapitalistische Firma selbst, vor allem wenn sie klein ist, hat vielleicht auch nur eine ganz, ganz schmale Gewinnmarge, es geht ihr möglicherweise nicht besser als den bei ihr Beschäftigten.

Sozialistische Systeme mit Mauern und Zäunen drum herum, wie etwa heute Nordkorea und damals eben Sowjetunion und DDR, sind die Folge eines sozio-politischen Charakters, welcher vor allem vom Kopf her funktioniert, siehe die Erkenntnisse von Elsworth Baker und dem American College of Orgonomy, aufbauend auf den Forschungen von Wilhelm Reich.

Wenn diese Charaktertypen – genannt „modern liberal“ bis „kommunistisch“ herrschen, dann wird an Geld, materiellen Ressourcen, und allem mehr immer mehr in die Überwachung, in den Geheimdienst (Staatssicherheit, aber hier vor allem in die Inlands-Abteilungen) und in das Grenzregime hinein gesteckt.

In der DDR gab es Gerüchte von sagenhaftem Luxus der obersten paar Leute in ihrer Waldsiedlung Wandlitz.

Während des Systemzusammenbruchs wurde offenbar, dass sie allerdings eine eigene Schwimmhalle hatten, Bananen zum Kauf gegen Ost-Geld, und alles mögliche.

Verglichen mit den reicheren Stadtteilen etwa von München oder Stuttgart war der Lebensstandard der Waldsiedlung-Bewohner allerdings eher bescheiden.

Das System ging am übermäßigen Überwachungsaufwand zugrunde.

Und die Sicherheit?

Kriminelle gab es – genau wie damals im Westen auch. Man denke etwa an die vorletzte in der DDR durchgeführte Hinrichtung. Das war ein Kinderschänder. Man war also als typischer DDR-Bürger oder Sowjetbürger – bedroht durch Kriminelle – wie im Westen auch.

Und durch die Staatsmacht außerdem.

Die Unsicherheit war also im Grunde groß

Sicherheit des Arbeitsplatzes?

Null Bock auf DDR

So heißt ein in den achtziger Jahren erschienenes Buch.

Das hat ein Kapitel betreffend unfreiwillige Arbeitslosigkeit. Die nahm ab 1982 rasch zu. Man kehrte das Problem unter den Tisch, aber man hörte auf, Leute, die nicht arbeiteten, strafrechtlich zu verfolgen. Und man richtete in den Großstädten – zum Beispiel Berlin Hauptstadt der DDR – Bezirks-Arbeitsämter ein. Würde man heute vielleicht Jobcenter nennen.

Die zahlten vielleicht achtzig Mark „Stütze“ pro Woche. Anbetracht der hoch subventionierten – und daher sehr billigen – Preise für den Alltagsbedarf war das meines Erachtens eher etwas üppiger als unser HartzIV.

Aber sonst kommen einem die Verhältnisse beim Lesen dieses Kapitels in diesem Buch eigentlich recht vertraut vor.